Website für Restaurant, Hotel oder B&B im Tessin: Was wirklich zählt
Speisekarte, Direktbuchung, Google-Profil, Fotos, Ladezeit und Datenschutz: Was die Website eines Restaurants, Hotels oder B&B im Tessin bieten muss.

Wer im Tessin ein Restaurant, einen Grotto, ein Hotel oder ein B&B sucht, entscheidet in wenigen Sekunden, fast immer auf dem Handy. Die Website muss sofort Öffnungszeiten, Speisekarte mit Preisen, Lage und Reservationsmöglichkeit zeigen, auch über Mobilfunk schnell laden und mindestens auf Italienisch und Deutsch verfügbar sein. Ausserdem muss sie dieselben Angaben enthalten wie das Google-Unternehmensprofil. Für Hotels und B&B kommt ein weiterer Grund hinzu: Direktbuchungen über die eigene Website kosten keine Kommission, und seit dem 1. Dezember 2022 dürfen Plattformen nicht mehr verbieten, dort bessere Preise anzubieten.
Was Gäste auf der Website suchen
- Öffnungszeiten, Ruhetage und Saisonschliessungen, die im Tessin im Winter häufig sind.
- Speisekarte oder Zimmer mit aktuellen Preisen.
- Adresse mit Karte, Parkplätzen, Haltestelle des öffentlichen Verkehrs oder Schiffsanlegestelle.
- Anklickbare Telefonnummer und eine einfache Reservationsmöglichkeit.
- Echte Fotos von Gaststube, Terrasse, Zimmern und Gerichten.
- Praktisches: Rollstuhlzugang, Hunde erlaubt, vegetarisches Angebot, Plätze im Freien, Spielplatz.
- Die Sprachen der Gäste: Italienisch und Deutsch fast immer, Englisch oft, Französisch bei vielen Gästen aus der Romandie.
Tipp: Schreiben Sie Öffnungszeiten und Saisonschliessungen als Text auf die Startseite, nicht nur in ein Bild oder auf Facebook. So lesen sie auch Google und Sprachassistenten.
Die Speisekarte: Webseite statt PDF
Ein PDF muss man auf dem Handy vergrössern, oft ist es veraltet und lässt sich schlecht übersetzen. Besser ist eine Seite mit Gerichten, kurzen Beschreibungen und Preisen als Text, gegliedert nach Vorspeisen, Hauptgängen, Desserts und Getränken. Das PDF kann als Druckversion bleiben. Für Tagesgerichte genügt ein Abschnitt, den Sie in wenigen Minuten auf dem Handy aktualisieren, ohne eine Datei neu hochzuladen.
Allergene und Herkunft
Bei offen angebotenen Lebensmitteln wie Gerichten im Restaurant verlangt das Schweizer Lebensmittelrecht grundsätzlich eine schriftliche Allergen-Deklaration. Laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) kann darauf verzichtet werden, wenn ein schriftlicher Hinweis darauf aufmerksam macht, dass die Information mündlich erfolgt. Die Herkunft von Fleisch und Fisch ist dagegen schriftlich anzugeben. Wenn Sie Online-Bestellungen für Take-away oder Lieferung annehmen, müssen die Pflichtangaben auch dort vor der Bestellung verfügbar sein. Bei einer rein informativen Online-Karte ist es trotzdem sinnvoll, Allergene und Herkunft wie auf der Karte im Lokal anzugeben. Dies ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung: Für konkrete Fälle wenden Sie sich an das kantonale Laboratorium.
Reservation: Telefon, Formular, System oder Portale
| Lösung | Geeignet für | Zu beachten |
|---|---|---|
| Anklickbare Telefonnummer und E-Mail | Grotti, kleine Restaurants, B&B mit wenigen Zimmern | keine Kosten, aber keine sofortige Bestätigung |
| Anfrageformular auf der Website | B&B, Restaurants mit Anlässen | klar machen, dass es eine Anfrage und keine Bestätigung ist; wenige Daten abfragen |
| Tischreservationssystem | Restaurants mit vielen Plätzen | monatliche Kosten oder Gebühr pro Gast; die Daten liegen bei einem Drittanbieter |
| Buchungsmaschine mit Channel-Manager | Hotels und B&B, die über mehrere Kanäle verkaufen | synchronisiert die Verfügbarkeit und verhindert Doppelbuchungen |
| Buchungsportale | Sichtbarkeit bei neuen Gästen | Kommission für jede Buchung |
Für Hotels und B&B zählen Direktbuchungen doppelt: keine Kommission und ein direkter Kontakt zum Gast, nützlich für besondere Wünsche und für den nächsten Aufenthalt. Seit dem 1. Dezember 2022 verbietet Artikel 8a des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) Buchungsplattformen für Beherbergungsleistungen Paritätsklauseln zu Preis, Verfügbarkeit und Konditionen. Sie dürfen also auf der eigenen Website einen besseren Preis, ein inbegriffenes Frühstück oder flexiblere Stornobedingungen anbieten und das klar sagen. Schreiben Sie es aber nur, wenn es stimmt und Sie es aktuell halten.
Tipp: Platzieren Sie die Schaltfläche «Buchen» oder «Tisch reservieren» oben auf jeder Seite und wiederholen Sie die Telefonnummer in der Fusszeile. Auf dem Handy soll der Gast nicht suchen müssen.
Google-Unternehmensprofil und Website: dieselben Angaben
Viele Gäste finden das Restaurant oder Hotel über Google Maps, nicht über die Website. Das Google-Unternehmensprofil und die Website müssen deshalb genau dasselbe sagen:
- gleicher Name, gleiche Adresse und Telefonnummer, gleich geschrieben;
- gleiche Öffnungszeiten, inklusive Betriebsferien und Sonderöffnungszeiten an Feiertagen;
- Links zur Website, zur Speisekarte und zur Reservation;
- die richtige Kategorie, etwa Grotto, Restaurant, Hotel oder Bed and Breakfast;
- aktuelle Fotos, dieselben wie auf der Website.
Antworten Sie auf Bewertungen, auch auf kritische, kurz und höflich und in der Sprache des Gastes. Kaufen oder schreiben Sie keine gefälschten Bewertungen: Sie verstossen gegen die Google-Richtlinien und können zur Entfernung von Bewertungen oder zu Einschränkungen des Profils führen. Melden Sie Anlässe und saisonale Angebote auch der regionalen Tourismusorganisation, die oft ein eigenes Portal betreibt.
Fotos: echt, leicht und mit geklärten Rechten
Fotos verkaufen mehr als Texte, aber sie müssen zeigen, was der Gast wirklich vorfindet. Stockbilder von Gerichten, die Sie nicht servieren, oder eine Aussicht, die man vom Zimmer aus nicht hat, enttäuschen und führen zu schlechten Bewertungen.
- Eigene Fotos von Gaststube, Terrasse, Zimmern, Gerichten und Umgebung, bei Tageslicht.
- Für das Web verkleinerte Bilder: Im Format WebP oder AVIF und höchstens 1600–2000 Pixel breit genügen sie auch für grosse Bildschirme.
- Ein Alternativtext, der das Bild beschreibt, etwa «Terrasse am See mit gedeckten Tischen».
- Klare Rechte: Lassen Sie sich vom Fotografen eine schriftliche Lizenz für Website, soziale Medien und Portale geben.
- Erkennbare Personen, Gäste oder Mitarbeitende, nur mit ihrer Einwilligung.
Ladezeit auf dem Handy
Viele Gäste öffnen die Website unterwegs, im Auto, auf dem Schiff oder in einem Tal mit schwachem Mobilfunk. Eine langsame Website verliert die Buchung, bevor der Gast die Speisekarte sieht. Die häufigsten Ursachen sind zu schwere Bilder, automatisch startende Videos, zu viele Plugins und mehrere externe Widgets gleichzeitig, etwa Karte, Reservation, Bewertungen und soziale Medien.
- Komprimieren Sie alle Bilder vor dem Hochladen.
- Laden Sie die Karte erst, wenn der Gast sie öffnet, oder verwenden Sie ein statisches Bild mit Link.
- Verwenden Sie ein einziges Reservationssystem, nicht zwei.
- Aktivieren Sie den Cache von Server und CMS.
- Prüfen Sie das Ergebnis mit PageSpeed Insights in der Ansicht für Mobilgeräte.
Datenschutz: Reservationen, Newsletter und externe Dienste
Jedes Reservationsformular erfasst Personendaten. Seit dem 1. September 2023 gilt das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG): Die Datenschutzerklärung muss angeben, welche Daten Sie erheben, zu welchem Zweck, an wen Sie sie weitergeben, etwa an das Reservationssystem, Google Maps oder ein Statistik-Werkzeug, und ob sie ins Ausland gelangen. Richten Sie sich gezielt an Gäste in der Europäischen Union, kann zusätzlich die DSGVO anwendbar sein.
- Fragen Sie nur die nötigen Daten ab: Name, Datum, Anzahl Personen, Telefon oder E-Mail.
- Angaben zu Allergien oder Unverträglichkeiten sind Gesundheitsdaten: Fragen Sie sie nur ab, wenn nötig, und bewahren Sie sie nicht länger als erforderlich auf.
- Für einen Newsletter braucht es in der Regel eine Einwilligung; ohne Einwilligung ist er nur für Kunden zulässig, die ihre Adresse beim Kauf angegeben haben, für ähnliche Angebote und wenn sie auf die Ablehnungsmöglichkeit hingewiesen wurden (Art. 3 Abs. 1 lit. o UWG).
- Karten, Videos und externe Widgets übermitteln Daten an Dritte: Nennen Sie sie in der Datenschutzerklärung.
Dies ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Domain, Hosting und E-Mail
Eine kurze Domain, die sich am Telefon leicht buchstabieren lässt, wie grotto-name.ch oder hotel-name.ch, ist mehr wert als ein langer Name mit vollständiger Ortsangabe. Verwenden Sie E-Mail-Adressen mit eigener Domain, etwa reservation@ oder info@, statt Gratis-Adressen: Sie wirken vertrauenswürdiger und bleiben beim Betrieb, wenn Personal wechselt.
Bei HostOn kostet das Paket WordPress Säntis CHF 10.90 pro Monat bei jährlicher Abrechnung und enthält ein kostenloses SSL-Zertifikat, LiteSpeed Cache, tägliche Backups, eine Staging-Umgebung, um eine neue Speisekarte oder ein Reservationssystem zu testen, sowie E-Mail-Postfächer mit Ihrer Domain. Eine .ch-Domain kostet CHF 14.90 pro Jahr; zu WordPress Säntis ist sie im ersten Jahr gratis. Liegt Ihre Website heute bei einem anderen Anbieter, ist der Umzug zu HostOn kostenlos.
Häufige Fragen zum Thema
Als Webseite. Eine Speisekarte als Text ist auf dem Handy gut lesbar, in wenigen Minuten aktualisiert und einfach zu übersetzen. Das PDF kann als Druckversion bleiben.
Wenn Sie Online-Bestellungen annehmen, etwa für Take-away oder Lieferung, müssen die Pflichtangaben vor der Bestellung verfügbar sein. Bei einer rein informativen Karte ist es trotzdem sinnvoll, sie wie auf der Karte im Lokal anzugeben; Details klärt das kantonale Laboratorium. Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Ja. Seit dem 1. Dezember 2022 verbietet Artikel 8a UWG Buchungsplattformen für Beherbergungsleistungen Paritätsklauseln zu Preis, Verfügbarkeit und Konditionen. Das Hotel darf auf der eigenen Website also bessere Bedingungen anbieten.
Nicht unbedingt. Bei wenigen Zimmern genügen oft ein Belegungskalender, ein Anfrageformular und eine anklickbare Telefonnummer. Ein System mit Channel-Synchronisation lohnt sich, wenn Sie auch über mehrere Portale verkaufen.
Italienisch und Deutsch sind fast immer die Basis, weil viele Gäste aus der Deutschschweiz kommen. Englisch hilft bei internationalen Gästen, Französisch bei vielen Gästen aus der Romandie.
Nein. Das Profil zeigt Grunddaten und Bewertungen, auf der Website bestimmen Sie Speisekarte, Zimmer, Preise und Direktbuchung selbst. Beide sollten aufeinander verweisen und dieselben Angaben enthalten.



