Website-Backup: So sichern Sie Website, Datenbank und E-Mails richtig
Website-Backup richtig planen: 3-2-1-Regel, was Sie sichern müssen, wie oft, wo die Kopie ausserhalb liegt und wie Sie die Wiederherstellung testen.

Ein gutes Website-Backup umfasst Dateien, Datenbank, E-Mails und DNS-Einträge, läuft automatisch mindestens täglich, bewahrt mehrere Versionen auf und hat mindestens eine Kopie ausserhalb Ihres Hosting-Kontos. Und es ist nur so gut wie die letzte erfolgreiche Wiederherstellung: Testen Sie diese regelmässig. Die Backups Ihres Hosting-Anbieters sind eine gute Basis, ersetzen aber keine eigene Strategie. Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie diese aufbauen.
Die 3-2-1-Regel einfach erklärt
Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) empfiehlt die 3-2-1-Methode als Grundlage für zuverlässige Datensicherung. Für eine Website bedeutet das:
- 3 Kopien: das Original auf dem Webserver und zwei Sicherungen.
- 2 verschiedene Speichermedien oder Systeme: zum Beispiel das Backup-System des Hosting-Anbieters und ein eigenes Speichermedium.
- 1 Kopie an einem anderen Ort: ausserhalb des Hosting-Kontos, etwa auf einem NAS im Büro, einer externen Festplatte oder einem separaten Cloud-Speicher.
Manche Fachleute erweitern die Regel auf 3-2-1-1-0: eine zusätzliche Kopie offline oder unveränderbar und null Fehler bei der Prüfung der Wiederherstellung. Für kleine Firmen und Vereine ist das ein gutes Ziel, aber schon die einfache 3-2-1-Regel schützt vor den häufigsten Ausfällen.
Was gehört in ein Website-Backup?
Viele sichern nur die Dateien und vergessen die Datenbank – oder umgekehrt. Ohne beides lässt sich eine dynamische Website nicht wiederherstellen.
| Bestandteil | Was genau | Wie sichern |
|---|---|---|
| Dateien | CMS-Dateien, Themes, Plugins, hochgeladene Bilder und Dokumente, .htaccess, Konfigurationsdateien | Server-Backup, Download per SFTP, Plugin |
| Datenbank | Inhalte, Benutzer, Bestellungen, Einstellungen (MySQL/MariaDB) | Server-Backup, Export mit phpMyAdmin, Plugin |
| E-Mails | Postfächer, Ordner, Filter, Weiterleitungen | Server-Backup oder Kopie per IMAP |
| DNS-Zone | A-, MX-, TXT-Einträge inklusive SPF, DKIM und DMARC | Zone exportieren oder Einträge dokumentieren |
| Zugänge und Einstellungen | PHP-Version, Cronjobs, Weiterleitungen, Zugangsdaten zu externen Diensten | Dokumentation im Passwortmanager |
Tipp: SSL-Zertifikate müssen Sie in der Regel nicht sichern: Kostenlose Zertifikate werden nach einer Wiederherstellung automatisch neu ausgestellt. Bei gekauften Zertifikaten bewahren Sie den privaten Schlüssel und das Zertifikat sicher auf.
Wie oft sichern und wie lange aufbewahren?
Die Häufigkeit richtet sich danach, wie viele Daten Sie im schlimmsten Fall verlieren dürfen. Die Aufbewahrungsdauer danach, wie spät Sie ein Problem bemerken. Schadcode auf einer Website bleibt oft wochenlang unentdeckt – dann nützen Ihnen nur Backups von vor dem Angriff.
| Website-Typ | Häufigkeit | Empfohlene Aufbewahrung |
|---|---|---|
| Visitenkarten-Website, selten geändert | wöchentlich und vor jeder Änderung | mehrere Wochen, dazu monatliche Stände |
| Firmen-Website oder Blog mit WordPress | täglich | tägliche Stände für 1–2 Wochen, dazu wöchentliche und monatliche |
| Online-Shop | täglich, Datenbank mehrmals täglich | wie oben, plus monatliche Stände über mehrere Monate |
| E-Mail-Postfächer | täglich | mindestens so lange wie die Website-Backups |
Ein Backup ist kein Archiv: Wenn Sie Geschäftsunterlagen wie Rechnungen aufbewahren müssen (das Obligationenrecht sieht für Geschäftsbücher und Buchungsbelege in der Regel zehn Jahre vor), gehören diese in eine eigene Archivlösung. Personendaten in Backups unterliegen zudem dem Datenschutzgesetz. Dies ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Die Kopie ausserhalb: Offsite und offline
Liegen alle Sicherungen beim selben Anbieter, sind sie bei einem gesperrten Konto, einer Kündigung oder einem kompromittierten Zugang ebenfalls weg. So schaffen Sie eine unabhängige Kopie:
- Laden Sie regelmässig ein vollständiges Backup aus dem Control Panel herunter, zum Beispiel einmal pro Monat und vor grösseren Änderungen.
- Speichern Sie es auf einem NAS, einer externen Festplatte oder bei einem separaten Cloud-Speicher – nicht beim Hosting-Anbieter der Website.
- Verschlüsseln Sie die Datei, denn sie enthält Passwörter, Kundendaten und E-Mails.
- Trennen Sie externe Datenträger nach dem Backup vom Computer, wie es das BACS empfiehlt. So kann Ransomware die Kopie nicht mitverschlüsseln.
- Verwenden Sie für den Cloud-Speicher eigene Zugangsdaten mit Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Den Download müssen Sie nicht von Hand erledigen: In cPanel können Sie beim vollständigen Backup als Ziel auch einen entfernten Server per FTP oder SCP angeben. Wer einen eigenen Server oder ein NAS mit SSH betreibt, kann die Kopie so regelmässig dorthin schicken lassen. Prüfen Sie anschliessend, ob die Dateien tatsächlich ankommen und vollständig sind – ein Backup-Job, der seit Monaten stillschweigend fehlschlägt, fällt sonst erst im Ernstfall auf.
Backups in cPanel und JetBackup
Bei Hosting mit cPanel gibt es meist zwei Wege. Die cPanel-Funktion «Sicherung» (Backup) erzeugt ein vollständiges Konto-Backup als Archiv zum Herunterladen, dazu Teil-Backups für Home-Verzeichnis, einzelne Datenbanken sowie E-Mail-Weiterleitungen und Filter. Ein vollständiges Konto-Backup lässt sich in cPanel nicht selbst einspielen; dafür braucht es den Anbieter. Teil-Backups können Sie dagegen selbst wiederherstellen.
Viele Anbieter setzen zusätzlich JetBackup ein. Dort sehen Sie die automatischen Sicherungen nach Datum und stellen gezielt einzelne Dateien, Datenbanken, Postfächer, DNS-Zonen oder Cronjobs wieder her, ohne das ganze Konto zurückzusetzen. Welche Bereiche und wie viele Tage verfügbar sind, legt der Anbieter fest – prüfen Sie das in Ihrem Konto.
WordPress: Plugin oder Server-Backup?
Für WordPress gibt es zahlreiche Backup-Plugins, die Dateien und Datenbank sichern und die Archive automatisch in einen Cloud-Speicher hochladen. Das ist bequem, hat aber Grenzen, denn das Plugin läuft innerhalb der Website, die es schützen soll.
| Kriterium | Backup-Plugin | Server-Backup |
|---|---|---|
| Läuft unabhängig von WordPress | nein | ja |
| Sichert E-Mails und DNS | nein | meist ja (E-Mail), DNS je nach Anbieter |
| Ziel ausserhalb des Hostings | einfach (Cloud-Speicher, SFTP) | meist beim Anbieter, Download möglich |
| Belastung der Website | läuft auf demselben Konto | läuft im Hintergrund auf Serverebene |
| Wiederherstellung bei gehackter Website | unsicher, wenn WordPress selbst betroffen ist | unabhängig vom CMS möglich |
Die beste Lösung ist eine Kombination: Das Server-Backup des Anbieters deckt die tägliche Sicherung ab, ein Plugin oder ein regelmässiger manueller Download legt eine Kopie ausserhalb des Hostings ab. Vor jedem Update von WordPress, Theme oder Plugins erstellen Sie zusätzlich ein manuelles Backup.
Ransomware und gehackte Websites
Ransomware verschlüsselt Daten und verlangt Lösegeld; bei Websites sind eingeschleuster Schadcode und gelöschte Inhalte häufiger. In beiden Fällen gilt:
- Mindestens eine Kopie muss für Angreifer unerreichbar sein: offline oder mit getrennten Zugangsdaten.
- Bewahren Sie ältere Stände auf, weil der Zeitpunkt des Angriffs oft nicht klar ist.
- Stellen Sie nach einem Angriff nicht einfach nur wieder her: Schliessen Sie zuerst die Lücke (Updates, Passwörter ändern), sonst ist die Website bald wieder infiziert.
- Melden Sie Vorfälle dem BACS; dort finden Sie auch Hinweise zum Vorgehen.
Wiederherstellung testen
Das BACS rät, das Einspielen von Backups zu üben, bevor Sie im Ernstfall darauf angewiesen sind. So gehen Sie vor:
- Wählen Sie ein Backup aus und spielen Sie es in eine Testumgebung ein, zum Beispiel eine Subdomain wie test.ihre-firma.ch.
- Prüfen Sie Startseite, Unterseiten, Bilder, Formulare, Login und – bei Shops – den Bestellprozess.
- Kontrollieren Sie, ob die Datenbank zu den Dateien passt (gleicher Stand).
- Messen Sie, wie lange die Wiederherstellung dauert, und notieren Sie die Schritte.
- Löschen Sie die Testumgebung danach oder schützen Sie sie mit einem Passwort.
Tipp: Ein halbjährlicher Test ist ein guter Rhythmus für kleine Websites. Nach jedem Wechsel von Anbieter, Backup-Tool oder Plugin testen Sie zusätzlich.
Checkliste für Ihr Website-Backup
- Dateien, Datenbank, E-Mails und DNS-Zone sind abgedeckt.
- Automatisch mindestens täglich, dazu manuell vor Updates.
- Mehrere Versionen über Wochen und Monate.
- Mindestens eine verschlüsselte Kopie ausserhalb des Hosting-Kontos, eine davon offline.
- Wiederherstellung getestet und dokumentiert.
Bei HostOn sind in Webhosting und WordPress Hosting tägliche JetBackup-Sicherungen von Dateien, Datenbanken und E-Mails enthalten, die Sie in cPanel selbst und ohne Gebühr zurückholen. Die Kopie ausserhalb des Hostings bleibt trotzdem Ihre Aufgabe – laden Sie dafür regelmässig ein Backup herunter.
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Häufige Fragen zum Thema
Mindestens so oft, wie sich die Inhalte ändern. Für die meisten Firmen-Websites ist ein tägliches automatisches Backup sinnvoll, bei Online-Shops mit laufenden Bestellungen sichern Sie die Datenbank besser mehrmals täglich. Zusätzlich gehört vor jedem Update ein manuelles Backup dazu.
Es ist eine gute Grundlage, aber keine vollständige Strategie. Die Sicherungen liegen beim selben Anbieter und werden nach einer festen Frist überschrieben. Eine zusätzliche Kopie ausserhalb des Hosting-Kontos schützt Sie auch bei einem gesperrten Konto, einem Anbieterwechsel oder einem spät entdeckten Hack.
Sie halten drei Kopien Ihrer Daten (das Original und zwei Sicherungen) auf zwei verschiedenen Speichermedien, und eine Kopie liegt an einem anderen Ort. Das Bundesamt für Cybersicherheit BACS empfiehlt diese Methode als Grundlage für zuverlässige Datensicherung.
Wenn Ihre Postfächer beim Hosting liegen, sind sie in einem vollständigen Server-Backup meist enthalten. Ein WordPress-Backup-Plugin sichert E-Mails dagegen nicht. Prüfen Sie deshalb, ob Ihre Backup-Lösung die Postfächer wirklich umfasst.
Spielen Sie das Backup testweise in eine separate Umgebung ein, zum Beispiel eine Subdomain oder eine lokale Installation, und prüfen Sie, ob Seiten, Bilder, Formulare und Login funktionieren. Notieren Sie dabei, wie lange die Wiederherstellung dauert.
Nur wenn die Angreifer sie nicht erreichen. Mindestens eine Kopie sollte offline oder mit separaten Zugangsdaten gespeichert sein, damit sie bei einem Angriff nicht ebenfalls verschlüsselt oder gelöscht wird.



