Website für Vereine: Was ein Verein online braucht und was es kostet
Website für Ihren Verein planen: Inhalte, Domain (.ch oder .swiss), E-Mail für den Vorstand, Datenschutz, Übergabe und ein realistisches Jahresbudget.

Eine gute Website für einen Verein beantwortet in wenigen Sekunden drei Fragen: Wer sind wir, wann und wo findet etwas statt, und wie kann man mitmachen oder uns unterstützen? Dafür braucht es weder eine Agentur noch ein grosses Budget. Mit einer eigenen .ch-Domain, einfachem Hosting und WordPress kommt ein typischer Verein auf rund CHF 150 bis 160 pro Jahr. Wichtiger als die Technik ist, dass Domain und Zugänge dem Verein gehören und nicht einer Privatperson.
Was gehört auf eine Vereinswebsite?
Wer eine Vereinswebsite besucht, ist meist Mitglied, Interessentin, Elternteil, Sponsor oder kommt von der Gemeinde. Diese Inhalte sollten Sie von Anfang an einplanen:
- Vereinsdaten: Name, Zweck, Sitz, Kontaktadresse und, falls vorhanden, die UID-Nummer.
- Vorstand und Ansprechpersonen mit Funktionsadressen statt privater E-Mail-Adressen.
- Termine: Trainings, Proben, Anlässe und die Generalversammlung mit Ort und Zeit.
- Mitmachen: wie man Mitglied wird, Beiträge, Schnuppertraining oder Anmeldeformular.
- Neuigkeiten und Berichte, damit die Seite lebendig bleibt.
- Downloads: Statuten, Jahresbericht und Formulare als PDF.
- Spenden und Sponsoring: Bankverbindung, QR-Rechnung oder TWINT und eine Sponsorenliste.
- Impressum und Datenschutzerklärung.
Tipp: Beginnen Sie mit wenigen Seiten, die Sie sicher aktuell halten können. Eine veraltete Terminliste schadet dem Eindruck mehr als eine kurze, aber aktuelle Website.
Termine, Mitgliederbereich und Spenden
Termine und Anmeldungen
Für einen Vereinskalender genügt in WordPress ein Kalender-Plugin oder eine einfache Seite mit Terminliste. Anmeldungen für Anlässe erfassen Sie mit einem Formular-Plugin. Fragen Sie dabei nur ab, was Sie wirklich brauchen, etwa Name, E-Mail und Anzahl Personen.
Mitgliederbereich
Protokolle, Mitgliederlisten, Trainingspläne oder interne Dokumente gehören nicht öffentlich ins Netz. WordPress kann Seiten mit einem Passwort schützen oder nur für angemeldete Benutzer anzeigen; für ausgebaute Mitgliederbereiche mit eigenen Profilen gibt es spezialisierte Plugins. Nutzt Ihr Verein bereits eine Vereinssoftware für Mitgliederverwaltung und Rechnungen, ist es oft einfacher, den Login dort zu belassen und von der Website darauf zu verlinken.
Spenden
Für Spenden genügen in der Schweiz meist drei Wege: die Bankverbindung mit IBAN, eine QR-Rechnung als PDF zum Herunterladen (die früheren roten und orangen Einzahlungsscheine sind seit Oktober 2022 nicht mehr gültig) und, falls Ihr Verein dafür ein Konto hat, TWINT. Speichern Sie keine Zahlungsdaten auf der Website. Ob Spenden von den Steuern abgezogen werden können, hängt davon ab, ob der Verein von der kantonalen Steuerverwaltung wegen Gemeinnützigkeit von der Steuerpflicht befreit wurde. Schreiben Sie das nur, wenn es zutrifft.
Domain: .ch, .li, .org oder .swiss?
Die Domain ist der Name, unter dem Ihr Verein gefunden wird, und die Grundlage für alle E-Mail-Adressen. Kurz, ohne Umlaute und leicht zu buchstabieren ist besser als vollständig: «fc-musterdorf.ch» statt «fussballclub-musterdorf-und-umgebung.ch».
| Endung | Wer darf registrieren? | Geeignet für |
|---|---|---|
| .ch | alle, ohne besondere Voraussetzungen | die meisten Vereine in der Schweiz |
| .li | alle, ohne besondere Voraussetzungen | Vereine in Liechtenstein |
| .org | alle | Organisationen mit internationalem Bezug |
| .swiss | Vereine mit Sitz und physischem Verwaltungssitz in der Schweiz und eigener UID; Prüfung durch das BAKOM | Verbände und Vereine, die den Schweiz-Bezug betonen möchten |
Die Endung .swiss vergibt das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM). Bei einem Verein muss die angegebene UID-Nummer zum Verein gehören, und zwischen Vereinsname und Domain muss ein erkennbarer Bezug bestehen. Halter muss der Verein selbst sein, nicht die Webagentur. Jedes Gesuch wird geprüft und danach 20 Tage lang publiziert; erst dann wird die Domain zugeteilt. Ein Verein ohne Handelsregistereintrag hat nicht automatisch eine UID. Auskunft gibt das Bundesamt für Statistik (BFS), das das UID-Register führt. Die Marktpreise für .swiss liegen laut BAKOM bei rund 115 bis 170 Franken pro Jahr (Stand: Oktober 2026).
Für die meisten Vereine ist .ch die einfachste und günstigste Wahl. Achten Sie darauf, wer als Halter eingetragen ist: Das sollte der Verein sein, nicht das Vorstandsmitglied, das die Domain zufällig bestellt hat.
E-Mail-Adressen für den Vorstand
Mit eigener Domain erhalten Sie Adressen wie praesidium@ihr-verein.ch oder kasse@ihr-verein.ch. Richten Sie diese nach Funktion ein, nicht nach Person. Wechselt die Kassierin, bleibt die Adresse bestehen; es ändern sich nur Passwort und Weiterleitung. So gehen weder Korrespondenz noch Zugänge zu Bank, Verband oder Gemeinde verloren.
- info@ für allgemeine Anfragen, verteilt an zwei Personen.
- praesidium@, kasse@ und aktuariat@ als eigene Postfächer für die Ämter.
- Aliasse oder Weiterleitungen für Trainerinnen, Leiter oder Ressorts, die nur gelegentlich Post erhalten.
- SPF, DKIM und DMARC im DNS einrichten, damit die Einladung zur Generalversammlung nicht im Spam landet.
Rollen und Übergabe beim Vorstandswechsel
Das häufigste Problem bei Vereinswebsites ist nicht die Technik, sondern der Vorstandswechsel. Plötzlich weiss niemand mehr, wo die Domain liegt, wer das Passwort hat oder über wessen Kreditkarte das Hosting läuft. Mit ein paar Regeln vermeiden Sie das:
- Das Kundenkonto beim Anbieter auf den Verein ausstellen, mit einer Funktionsadresse wie admin@ oder kasse@ als Login.
- Mindestens zwei Personen erhalten Zugang zu Hosting, Domain und WordPress-Verwaltung.
- Zugangsdaten in einem gemeinsamen Passwortmanager ablegen, nicht in privaten Notizen.
- In WordPress erhält jede Helferin und jeder Helfer ein eigenes Benutzerkonto mit passender Rolle, zum Beispiel Redakteur statt Administrator. Keine geteilten Logins.
- Rechnungen an die Vereinsadresse schicken lassen und über ein Vereinskonto bezahlen.
- Bei der Übergabe ein kurzes Protokoll führen: Passwörter ändern, alte Benutzerkonten entfernen und die Zwei-Faktor-Anmeldung neu einrichten.
Tipp: Tragen Sie die Ablaufdaten von Domain und Hosting in den Vereinskalender ein. Eine nicht verlängerte Domain wird nach einer Frist gelöscht und kann danach von jedem neu registriert werden.
Datenschutz: Was Vereine beachten sollten
Das revidierte Datenschutzgesetz (DSG) gilt seit dem 1. September 2023 auch für Vereine. Sobald Ihre Website Personendaten bearbeitet, etwa über ein Kontakt- oder Anmeldeformular, Statistik-Tools oder eingebettete Dienste, informieren Sie darüber in einer Datenschutzerklärung. Einige Grundsätze für die Praxis:
- Mitgliederlisten mit Adressen, Telefonnummern oder Geburtsdaten nur im geschützten Bereich, nie öffentlich.
- Fotos von Anlässen nur mit dem Einverständnis der erkennbaren Personen veröffentlichen, bei Kindern mit dem der Eltern. Viele Vereine regeln das bereits bei der Anmeldung.
- Formulare sparsam gestalten und Anmeldedaten löschen, wenn der Anlass vorbei ist.
- Externe Dienste wie Videos, Karten oder Statistik-Tools in der Datenschutzerklärung aufführen.
- Die Website nur über eine verschlüsselte Verbindung (HTTPS) ausliefern.
Informationen zum DSG veröffentlicht der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) auf seiner Website. Diese Hinweise sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung; bei konkreten Fragen wenden Sie sich an eine Fachperson.
Günstige Lösungen im Vergleich
| Lösung | Vorteile | Grenzen |
|---|---|---|
| Website-Baukasten | schnell eingerichtet, kein Technikwissen nötig | Inhalte lassen sich oft nur schwer zu einem anderen Anbieter mitnehmen |
| Vereinssoftware mit Website | Mitglieder, Rechnungen und Website in einem System | Gestaltung und Funktionen der Website sind vorgegeben |
| WordPress mit eigenem Hosting | volle Kontrolle, viele Plugins, Inhalte gehören dem Verein | Updates und etwas Pflege nötig |
Für viele Vereine ist WordPress auf einem einfachen Hosting ein guter Mittelweg: Die Inhalte gehören dem Verein, ein Anbieterwechsel ist jederzeit möglich, und viele Freiwillige kennen das System bereits.
Pflege durch Freiwillige
Eine Vereinswebsite wird meist neben Beruf und Familie betreut. Richten Sie sie deshalb so ein, dass sie mit wenig Aufwand sicher bleibt:
- Automatische Updates für WordPress, Plugins und Themes aktivieren und nur wenige, verbreitete Plugins verwenden.
- Ein schlankes Theme wählen, das mit dem Block-Editor funktioniert. Dann können auch Nicht-Techniker Texte und Bilder ändern.
- Die täglichen Backups des Anbieters nutzen und vor grösseren Änderungen zusätzlich eine eigene Sicherung erstellen.
- Eine kurze Anleitung im Mitgliederbereich ablegen: wie man einen Termin einträgt oder einen Bericht veröffentlicht.
- Einmal pro Quartal prüfen: Sind Termine, Vorstand und Kontaktangaben aktuell?
Beispielbudget für ein Jahr
So kann das Budget für einen kleinen bis mittleren Verein mit WordPress aussehen. Die Preise gelten bei HostOn, inklusive MWST (Stand: Oktober 2026):
| Posten | Erstes Jahr | Ab dem zweiten Jahr |
|---|---|---|
| .ch-Domain (zum Webhosting im 1. Jahr gratis) | CHF 0.00 | CHF 14.90 |
| Webhosting Rigi (12 × CHF 11.90, bis zu 10 Domains, unbegrenzte E-Mail-Adressen) | CHF 142.80 | CHF 142.80 |
| SSL-Zertifikat (automatisch, kostenlos) | CHF 0.00 | CHF 0.00 |
| Theme und Plugins (kostenlose Versionen) | CHF 0.00 | CHF 0.00 |
| Total pro Jahr | CHF 142.80 | CHF 157.70 |
Das Hosting verlängert sich zum gleichen Preis. Betreibt der Verein nur eine einzige WordPress-Website, ist WordPress Säntis für CHF 10.90 pro Monat eine günstigere Alternative. Rechnen Sie zusätzlich mit Kosten für Premium-Plugins, Bildrechte oder Drucksachen, falls Sie solche brauchen.
Bei HostOn installieren Sie WordPress mit wenigen Klicks, und mit einer Staging-Kopie testen Sie Änderungen, bevor sie live gehen. So kann der Vorstand die Website mit wenig Aufwand aktuell und sicher halten.
Häufige Fragen zum Thema
Mit einer .ch-Domain und einem einfachen Hosting mit WordPress rechnen Sie mit rund CHF 150 bis 160 pro Jahr. Erstellen Freiwillige die Website selbst, kommen keine weiteren Fixkosten dazu; eine Agentur kostet einmalig zusätzlich.
Ja, wenn er seinen Sitz und einen physischen Verwaltungssitz in der Schweiz hat und eine eigene UID-Nummer angeben kann. Das BAKOM prüft jedes Gesuch und publiziert es während 20 Tagen, bevor die Domain zugeteilt wird.
Der Verein selbst, mit der Vereinsadresse. Ist eine Privatperson eingetragen, kann der Verein bei einem Vorstandswechsel oder Streit die Kontrolle über Website und E-Mail verlieren.
In der Regel ja, sobald die Website Personendaten bearbeitet, etwa über ein Kontaktformular, Anmeldungen oder Statistik-Tools. Dies ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Nur mit dem Einverständnis der erkennbaren Personen, bei Kindern mit dem der Eltern. Viele Vereine holen die Zustimmung bereits bei der Anmeldung ein und entfernen Bilder, wenn jemand sie später zurückzieht.
In WordPress können Sie Seiten mit einem Passwort schützen oder nur für angemeldete Benutzer freigeben. Für Profile, Mitgliederlisten und Rechnungen eignen sich spezialisierte Plugins oder eine Vereinssoftware, auf die Sie von der Website aus verlinken.



