Mehrsprachige Website im Tessin: Struktur, hreflang, Übersetzung und Kosten
Website auf Italienisch, Deutsch und Französisch für Tessiner KMU: URL-Struktur, hreflang, gute Übersetzungen und welche Kosten wirklich anfallen.

Eine mehrsprachige Website funktioniert für ein Tessiner KMU, wenn jede Sprache eigene URLs hat (etwa /de/ und /fr/), die Texte von Menschen übersetzt sind, die den Markt kennen, die hreflang-Angaben stimmen und auf jeder Seite ein Sprachwähler sichtbar ist. Meist genügen dafür eine einzige .ch-Domain und eine WordPress-Installation mit einem Mehrsprachigkeits-Plugin. Hosting und Domain kosten fast gleich viel wie bei einer einsprachigen Website: Ins Gewicht fallen die Übersetzung und das Nachführen der Texte in allen Sprachen.
Welche Sprachen braucht ein Tessiner Unternehmen wirklich?
Das Tessin spricht Italienisch, seine Kundschaft oft nicht. Gäste und Kunden aus der Deutschschweiz, Unternehmen aus der Romandie, Kundschaft aus der Lombardei und internationale Firmen in Lugano suchen in unterschiedlichen Sprachen. Wählen Sie die Sprachen danach, wer Ihnen Aufträge bringt, und nicht danach, wie viele technisch möglich sind.
- Hotel oder Ferienwohnung in Locarno oder Ascona: Italienisch und Deutsch fast immer, Englisch oft sinnvoll, Französisch bei vielen Gästen aus der Romandie.
- Handwerksbetrieb im Mendrisiotto, der auch über die Grenze arbeitet: Italienisch deckt viel ab; für Kundschaft aus der Deutschschweiz genügen oft einige deutsche Seiten zu den wichtigsten Leistungen.
- Treuhandbüro in Lugano mit internationaler Kundschaft: Italienisch, Deutsch und Englisch.
- Lieferant oder Dienstleister, der in der ganzen Schweiz tätig ist: Italienisch, Deutsch und Französisch.
Tipp: Lieber zwei sorgfältig gepflegte Sprachen als vier halb übersetzte. Eine deutsche Version mit Fehlern oder fehlenden Seiten kostet genau bei der Kundschaft Vertrauen, die Sie gewinnen wollten.
Struktur: Unterordner, Subdomains oder eigene Domains
Jede Sprache braucht eine eigene Adresse, sonst kann Google sie nicht separat indexieren. Dafür gibt es vier Wege:
| Struktur | Beispiel | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Unterordner | firma.ch/de/ | eine Domain, ein SSL-Zertifikat, eine Installation; alle Sprachen profitieren von derselben Domain | braucht ein CMS, das Sprachen sauber verwaltet |
| Subdomains | de.firma.ch | technische Trennung möglich | aufwendigere Verwaltung, oft mehrere Installationen |
| Eigene Domains | ditta.ch und firma-tessin.ch | Name pro Sprache anpassbar | mehrere Domains zu verlängern, mehr Pflege, jede Domain muss für sich bekannt werden |
| Parameter | firma.ch/?lang=de | keine nennenswerten | von Google nicht empfohlen |
Für die meisten KMU sind Unterordner die einfachste und robusteste Wahl. Eine .ch-Domain passt für alle Landessprachen, für die Deutschschweizer Kundschaft braucht es keine zusätzliche Domain. Übersetzen Sie auch die Seitenadressen: /de/dienstleistungen/ liest sich besser als /de/servizi/ und enthält das Wort, nach dem deutschsprachige Kunden suchen.
hreflang: So zeigt Google die richtige Sprache
Mit hreflang teilen Sie Google mit, welche Seiten Übersetzungen voneinander sind. Google kann dann Deutschsprachigen die deutsche und Italienischsprachigen die italienische Seite zeigen. Die wichtigsten Regeln:
- Jede Version nennt alle Sprachversionen, auch sich selbst.
- Die Verweise müssen gegenseitig sein: Verweist die italienische Seite auf die deutsche, muss die deutsche auf die italienische verweisen, sonst ignoriert Google die Angaben womöglich.
- Korrekte Codes: zuerst die Sprache, dann optional die Region, also «it», «de» oder «it-CH», «de-CH». «ch-it» ist falsch.
- «x-default» bezeichnet die Seite für alle übrigen Sprachen, etwa die englische Version oder eine Sprachauswahl-Seite.
- Jede Sprache hat einen Canonical auf sich selbst. Zeigen alle Versionen per Canonical auf die italienische Seite, indexiert Google nur Italienisch.
hreflang ersetzt keinen Inhalt: Google erkennt die Sprache am sichtbaren Text. Eine deutsche Seite, auf der die Hälfte noch italienisch ist, verwirrt Besucher und Suchmaschinen. Verzichten Sie auch auf automatische Weiterleitungen nach IP-Adresse oder Browsersprache: Google rät ausdrücklich davon ab, und ein Kunde aus Zürich in den Ferien in Lugano will nicht auf der italienischen Version landen. Besser ist ein gut sichtbarer Sprachwähler, der auf dieselbe Seite in der anderen Sprache führt.
Tipp: Öffnen Sie den Quelltext von zwei, drei Seiten und prüfen Sie, ob jede Version alle anderen und sich selbst nennt. Fehlt ein Rückverweis, ist fast immer eine noch nicht übersetzte oder im Plugin nicht verknüpfte Seite die Ursache.
Übersetzen: Menschen, Maschine oder beides
Werkzeuge wie DeepL liefern gute Entwürfe, Texte für die Schweiz müssen aber angepasst werden. In der Deutschschweiz schreibt man «Strasse» statt «Straße» und verlangt eine «Offerte»; in der Romandie sagt man «septante» und «nonante». Auch Suchbegriffe übersetzt man nicht wörtlich: Wer eine Ferienwohnung sucht, tippt «Ferienwohnung Tessin», nicht «Ferienwohnung Ticino». Ausserdem nennen die Spam-Richtlinien von Google maschinell übersetzte Inhalte, die ohne Überarbeitung massenhaft veröffentlicht werden. Lassen Sie deshalb jeden Text von einer muttersprachlichen Person gegenlesen.
Vergessen Sie die weniger sichtbaren Elemente nicht, die trotzdem zählen:
- Titel und Beschreibungen für Google (Meta-Title und Meta-Description);
- Alternativtexte und Bildlegenden;
- Formulare, Fehlermeldungen und automatische Bestätigungs-E-Mails;
- wichtige PDFs wie Preisliste oder Bedingungen;
- Cookie-Banner, Datenschutzerklärung und Impressum;
- Texte in Bildern, die für jede Sprache neu erstellt werden müssen.
Ein kleines Glossar mit den Fachbegriffen Ihres Unternehmens in allen Sprachen hilft Übersetzern und Mitarbeitenden, auch nach Jahren immer dieselben Wörter zu verwenden.
Mehrsprachiges WordPress: die gängigen Werkzeuge
| Werkzeug | Funktionsweise | Geeignet für |
|---|---|---|
| WPML | kostenpflichtiges, sehr umfassendes Plugin, unterstützt auch WooCommerce | Websites mit vielen Seiten und Shops |
| Polylang | Gratis- und Pro-Version; jede Übersetzung ist eine eigene Seite | kleine und mittlere Firmenwebsites |
| TranslatePress | Übersetzung direkt in der Vorschau der Website; Gratis- und Bezahlversion | alle, die visuell übersetzen möchten |
| Weglot | Abodienst, die Übersetzungen werden beim Anbieter gespeichert | Teams mit wenig Zeit für Technik |
Prüfen Sie bei jedem Werkzeug drei Punkte: Jede Sprache hat eigene URLs in Unterordnern, hreflang wird korrekt erzeugt, und der Sprachwähler führt auf die übersetzte Seite statt immer auf die Startseite. Bei einem externen Dienst wie Weglot liegen die Texte bei einem Dritten: Erwähnen Sie das in der Datenschutzerklärung.
Was kostet eine mehrsprachige Website?
Mit Unterordnern ändern sich die technischen Kosten kaum: eine Domain, ein Hosting-Paket, ein SSL-Zertifikat. Zusätzlich fallen die Plugin-Lizenz (falls kostenpflichtig), die Übersetzung und vor allem der laufende Aufwand an, alle Sprachen aktuell zu halten.
| Posten | Eine Sprache | Drei Sprachen in Unterordnern |
|---|---|---|
| .ch-Domain | eine | eine |
| Hosting | ein Paket | dasselbe Paket, mehr Speicher nur bei vielen Inhalten |
| Mehrsprachigkeits-Plugin | nicht nötig | gratis oder Jahreslizenz |
| Übersetzung | keine | einmalig pro Text, meist pro Wort oder pro Seite |
| Aktualisierungen | einen Text ändern | jeden Text in allen Sprachen ändern |
Für die Übersetzung zählen Sie die Wörter: Eine Website mit 10 Seiten zu je etwa 400 Wörtern hat 4000 Wörter; bei zwei zusätzlichen Sprachen sind 8000 Wörter zu übersetzen. Holen Sie zwei, drei Offerten ein und klären Sie, ob Korrektorat, Meta-Texte und rechtliche Seiten inbegriffen sind.
Tipp: Richten Sie die Sprachstruktur von Anfang an ein, auch wenn Sie zum Start nur Italienisch veröffentlichen. Sie nachträglich in eine laufende Website einzubauen, kostet mehr Zeit, als sie gleich vorzusehen.
Häufige Fehler bei mehrsprachigen Websites
- Flaggen statt Sprachen: Eine Flagge steht für ein Land, nicht für eine Sprache, und die Schweiz hat vier. Verwenden Sie die Sprachnamen: Italiano, Deutsch, Français, English.
- Der Sprachwähler führt immer auf die Startseite statt auf die übersetzte Seite.
- In einer Sprache fehlen Seiten, ohne dass Besucher einen Hinweis erhalten.
- Formulare und Bestätigungs-E-Mails nur auf Italienisch, auch auf der deutschen Version.
- Anfragen auf Deutsch oder Französisch, die im Betrieb niemand beantworten kann: Bieten Sie nur Sprachen an, die Sie auch im Kundenkontakt abdecken.
- Alle Versionen mit Canonical auf Italienisch, sodass die anderen Sprachen aus Google verschwinden.
Hosting und Domain für eine mehrsprachige Website
Technisch braucht eine mehrsprachige Website kein spezielles Hosting. Wichtig sind eine aktuelle PHP-Version, genügend Arbeitsspeicher und ein guter Cache, weil Mehrsprachigkeits-Plugins zusätzliche Datenbankabfragen erzeugen. Mit Unterordnern funktioniert der Cache ohne besondere Einstellungen, weil jede Sprache eigene URLs hat.
Bei HostOn zählt eine mehrsprachige Website in Unterordnern als eine einzige WordPress-Website: Das Paket WordPress Säntis kostet CHF 10.90 pro Monat bei jährlicher Abrechnung und enthält ein kostenloses SSL-Zertifikat, tägliche Backups und eine Staging-Umgebung, in der Sie das Mehrsprachigkeits-Plugin vor der Veröffentlichung testen. Wenn Sie lieber eigene Domains pro Sprache nutzen, verwaltet WordPress Titlis für CHF 16.90 pro Monat bis zu fünf Websites. Eine .ch-Domain kostet CHF 6.90 im ersten Jahr und CHF 14.90 bei der Verlängerung. Liegt Ihre Website heute bei einem anderen Anbieter, ist der Umzug zu HostOn kostenlos.
Häufige Fragen zum Thema
Nein. Für die meisten KMU genügt eine .ch-Domain mit einem Unterordner pro Sprache, zum Beispiel /de/ und /fr/. Sie pflegen so nur eine Installation und ein SSL-Zertifikat, und alle Sprachen profitieren von der Sichtbarkeit derselben Domain.
hreflang ist eine Angabe im Code, die Google mitteilt, welche Seiten Übersetzungen voneinander sind. Ohne sie zeigt Google womöglich die italienische Seite, wenn jemand auf Deutsch sucht. Mehrsprachigkeits-Plugins für WordPress erzeugen die Angaben automatisch.
Als Entwurf ja, vor der Veröffentlichung sollte aber eine muttersprachliche Person die Texte prüfen. Die Spam-Richtlinien von Google nennen auch maschinell übersetzte Inhalte, die ohne Überarbeitung massenhaft veröffentlicht werden.
Beide Codes sind gültig. «de» gilt für alle Deutschsprachigen und genügt, wenn Sie nur eine deutsche Version haben; «de-CH» braucht es, wenn Sie zusätzlich eigene Versionen für Deutschland oder Österreich anbieten.
Besser nicht. Google rät von automatischen Weiterleitungen nach Sprache oder IP-Adresse ab, weil Besucher und Suchmaschinen dann nicht mehr alle Versionen erreichen. Ein gut sichtbarer Sprachwähler ist die sicherere Lösung.
Das hängt von der Anzahl Wörter und Sprachen ab: Zählen Sie die Wörter Ihrer Seiten, multiplizieren Sie mit den zusätzlichen Sprachen und holen Sie Offerten pro Wort oder pro Seite ein. Mit Unterordnern steigen die Kosten für Hosting und Domain nicht.



